THE ARTIST. Der Schnabelprinz von Anna Haifisch

The Artist erhebt sich über seine Bettstatt und zeigt uns, wie es ist, ein Künstler zu sein. Sehr schön der Brief aus dem Artist in Residence-Aufenthalt und die stete Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Thema: Schlangen. Zeichne weiter lieber Artist, denn Du sagst es doch “ZEICHNEN IST ALLES, WAS ICH HAB” -THE ARTIST

Die Kieferninsel von Marion Poschmann

Im Buch Die Kieferninseln von Marion Poschmann steht eine Beschreibung von Reisegründen in Japan. Einer meiner Gründe zu eigenen Japanreisen war selber natürlichen Ursprungs. Die Kirschblüte.

Ansonsten ja/nö als Empfehlung, denn von Undenkbarkeiten in Deutschland und von vollkommen nutzlosen Sitten zu lesen, deckt sich nicht so recht mit meinen Vorlieben zu kunterbunt   gemusterten, weiten Denkräumen und einer unvoreingenommenen, tolerierenden Ausdrucksvielfalt. …oder so ähnlich.

“Undenkbar in Deutschland, daß man sich … auf den Weg machte wegen eines einfachen Baumes, wegen Blättern! Der Japanische Ahorn mit seinem filigranen Blattwerk nahm wie der amerikanische Zuckerahorn eine karminrote Färbung an, wenn im Herbst eine Periode sonniger, milder Tage und kalter, schon frostiger Nächte einsetzte. Das japanische Fernsehen berichtete täglich über den Verlauf der Farbwanderung, und eine große Anzahl von Enthusiasten richtete sich nach diesen Angaben und brach auf, fuhr hin. Gilbert hatte sich in den vergangenen Tagen daran gewöhnt, daß man einen Ausflug unternahm, um Bäume zu bewundern, eine vollkommen nutzlose Sitte, die aber in der japanischen Kultur tief verwurzelt blieb. … Die Schau der Naturerscheinungen war weder mit Kunst noch mit Architektur, noch mit Geschichte verbunden, sie war zart und geheimnisvoll, und wenn daraus doch eine Form von Bildung erwuchs, ließ sie sich hinterher weder erklären noch abrufen.”

Eine Überschrift mit dem Wort braun

Etwas abgespannt nach einer Dienstreise macht mir die FAZ-online noch eine kleine Freude.

Bilder aus einem Teasertext flackern wieder auf bei einer der nächsten Artikelüberschriften. Und somit schweben deutsche Exkremente  über und in den Beitrag über die aktuelle österreichische Regierung. Jepp, passt.

Watch News Watch Smart Watch

Heute am Mittagstisch kam etwas unerwartet die Nachricht auf, dass sich die Witwe von Helmut Kohl gemobbt fühle. Welch wunderbare Informationswelt sich am Handgelenk auftun kann. Apropos am Handgelenk auftun. …auf der anderen Seite schlägt der individuelle Puls weiter.

Spanische Perlentaucher mit Stil

IMPEDIMENTA.ES scheint eine stilvolle, spanische Abwandlung des Perlentaucher-Magazins zu sein. Yummy-ansprechend das florale Design!

Drauf gestoßen bin ich bei der Suche nach dem Werk zu einem älteren Screenshot. Isabel Greenbergs Zeichenstil mit reduzierter Farbpalette in Las cien noches de Hero gefällt mir in diesem Bild. Es lohnt sicher eine Recherche über das Werk der jungen Zeichnerin.

Beutel, Kleider, Rezensionen. Synapsenflackern 1 bis 3

Die Brotmeisterei Steinecke ziert ihre Brotbeutel mit dem sehr schönen Slogan 
Wenn Brötchen dann Steinecke


Etwas sperrige Kleiderbezeichnungen spendiert Naketano seinen Kleidern. Ob Kundinnen die Namen der Kleider per Mund-zu-Mund-Propaganda verbreiten, ist nicht gesichert: Auf Detlef Caktir. Doofmann II.  

update 3.1.2018: Dass Naketano zweifelhafte Kleidernamen verwendet ist schon Thema geworden. FAZ-Nachricht Naketano stellt völlig überraschend den Betrieb ein.


Auf dem Buchdeckel des Romans Swing Time von Zadie Smith sind einfach feine Rezensionen versammelt: 

  • Superb schätzt die Financial Times,
  • Breathtaking labelt TLS und
  • Brilliant findet es der Guardian.

Im Buch selber finden sich andere Rezensionskonzentrate einer a-third-whatever-it-was-Leserin

  • “Zippy – which was good;
  • Important – which was very good;
  • Controversial – which could be either good or bad, you never knew; or
  • Lidderary, which … was very bad.” (S. 133)

Gefreut habe ich mich über ein Wort in diesem Satz. How happy it would have made him, even now, to be schlepping chairs across the road, adjusting the microphone, shushing the audience in preparation for my mother to come on Stage! (S. 241)

Mehr Ein-Wort-Rezensionen, denn in den Werken selber stehen ja genug der Worte.

Schräge Vögel in Bonn. Coleoptera, Diptera, Hymenoptera…

Feinste Käferkunde in Bonn! Nein, nicht beim Projektkunden vor Ort sondern nebenan im  Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (kurz Naturkundemuseum Koenig). Ich mag es, die Zeit vom Feierabend bis zum Abflug nach Berlin dort zu verbummeln. Hinter dem Museumsbau liegt die Bibliothek. Welch Bildschätze mögen dort vorm Licht geschützt schlummern.

Im Internetauftritt unter Projekte erzeugt jede Überschrift so etwas wie pure Sinnenfreude und ein Adaptionsbegehren auf den Arbeitsalltag im …humanoiden Umfeld. 

  • Geographische Differenzierung und Anpassung des Eurasischen Tannenhähers (Nucifraga caryocatactes)
  • Verbreitungsmuster, Populationsstruktur und Habitatnutzung der stark bedrohten Engelhaie der Kanarischen Inseln

 What I do wonna say? Diversity rocks! Abgemildert auch in aufgespiester Form. 

Abwehr im Alter und ländliches Sein

Gestern fragte mich eine recht betagte Dame an der Frankfurter Allee, wo sie ein Geschäft finden kann, um ein Abwehrspray nachzufüllen. Sie erzählte mir, dass Sie in den letzten Tagen angegriffen wurde. Eine ganz und gar ekelige Vorstellung, wie es der – sicher grundguten – Dame ergangen sein mag. Nun ja, ich konnte ihr wenig weiterhelfen, da mein Blick für solcherlei Geschäfte vermutlich doch etwas eingetrübt ist. Nach unserer Verabschiedung kam ich an einem Sanitätshaus und einer Apotheke vorbei. Eigentlich passt so Abwehrgedöns doch hier sehr gut hin: als Hilfsmittel für präventive, gesundheitserhaltende Maßnahmen …

Vorhin einwenig verfranzt im Internet. Auf der Website einer mecklenburgischen Hochschule wird zu einem “Speed-Dating” im Rahmen der Fortbildung zu Dorfmoderatoren eingeladen. …mir wird ganz schummerig, wenn zu dem Setting der Film vor dem geistigen Auge losgeht…

Dem Schicksal die Stirn bieten

Dass die Reise nach Wien nicht geklappt hat, nehme ich auf meine Kappe. Meine Schwester verbindet geschickt zwei Sprichworte miteinander, die wahr bleiben. Das ist ein Wink mit dem Schicksal! 

Das Wochenende drauf lässt sie es sich nicht nehmen mir noch im Halbschlaf die Falten auf der Stirn glatt zu streichen. Es ist so lieb. Es ist so fürsorglich. Es ist so frech. Rache ist süß!

Icke so an dem Wochenende am Auftürmen eines imposanten Komposthaufens.
Yeah! Kompost, das Gold des Kleingärtners! Das Leben ist schön. …so wie der Haufen. 

Der MORAL-O-MAT – soOo berechtigt beliebig

Könnt stundenlang vor mich hingiggeln, wenn die Karten des MORAL-O-MATs neu gemischt werden und sich ein mehr oder weniger überzeugendes Statement seinen Weg in die Welt bahnt.

…und oh so schön, so stahlgraublau der Himmel gerade über der angestrahlten hellgelben Fassade! 

  • Alles ist | sicherlich | eine Illusion. 
  • Leichtsinn ist | unterm Strich | immer Gabe und Aufgabe zugleich. 
  • Ein Seitensprung ist | von aussen betrachtet | ein Geschenk Gottes. …

w.z.b.w.

Ein Teaser in der FAZ endete heute mit einem auch in der Mathematik gebräuchlichen Ausdruck. Makaber-komisch. Glück im Unglück: das Opfer hat alles überlebt.  

Urteil gegen Mathe-Rätsel-Messerstecher aufgehoben. Nach einem Streit um ein Mathe-Rätsel im Internet kam es zu einer lebensbedrohlichen Messerattacke. … Der Bundesgerichtshof entschied jetzt: Die Beweisführung war zu widersprüchlich.

Nadel honours Nagel

Es haben sich in den letzten Wochen etliche Sicherheitsnadeln an der Rauhfasertapete unseres Büros angesammelt. Dieser Büropragmatismus – eine  Reminiszenz an Günter Ueckers Werk.

Sich mit Etiketten ummanteln

 …und diesen dann gerecht werden. 

  • In Japan unterwegs mit dem Untertitel Im Mantel meiner Oma. VEB Damenmoden 8513 Bretnig. modelle modisch aktuell. Nu’ hat der aber auch ‘ne Menge mitgemacht. 
  • Den Volkslauf wahrgenommen In der Freizeitkleidung meines Vaters. Ok, das war so nicht vorgesehen. Die Laufzeit war dann jedenfalls auch jener Generation würdig. Form und Inhalt gingen hier harmonisch Hand in Hand. Ach was, liefen, liefen! 
  • Und die schöne Information gestern: Der Beginn des Hurricane Festivals wurde auf Grund schlechten Wetters verschoben. How dare they? 😀

Jean-Jacques Rosseau bekennt

Schon lang nicht mehr las ich so feine Sätze wie in Jean-Jacques Rosseaus Bekenntnissen und es dünkt mich, dass unsere Zeit den Wert dieses Sprachstils und das bescheiden vorgetragene Selbstbewußtsein des Autors eher nicht erkennt und goutiert. Drückte der Satz meine Wertschätzung hinreichend aus? Wie auch immer, unten ein Stück Original. Rosseau über sein Selbststudium …

“Ich begann mit philosophischen Werken, … Bald wurde mir gewahr, dass all diese Schriftsteller sich fast dauernd gegenseitig widersprechen, und ich entwarf den phantastischen Plan, sie in Übereinstimmung miteinander zu bringen, was mich äußerst ermüdete und viel Zeit verlieren ließ. Ich verwirrte mir nur den Kopf und kam nicht vorwärts. Schließlich gab ich diese Methode auf und befolgte eine unendlich bessere, der ich alle Fortschritte beimesse, die ich trotz meines Mangels an Fassungsgabe gemacht haben mag … Ich machte es mir beim Durchlesen jedes Schriftstellers zum Gesetz, nur seinen Gedanken zu folgen, ohne die meinen oder die eines anderen mit hereinzuziehen und ohne mich jemals auf einen Streit mit ihm einzulassen. Ich sagte mir: zunächst will ich mir einen Vorrat von klaren Begriffen verschaffen, seien sie nun wahr oder falsch, und dann abwarten, bis ich in meinem Kopfe deren genug gespeichert habe, um sie miteinander vergleichen und eine Auswahl treffen zu können. Diese Methode ist nicht ohne Überstand, ich weiss es, aber meinen Zweck, mich zu unterrichten, hat sie mir erreichen helfen.

Nachdem ich einige Jahre damit verbracht habe, ausschließlich die Gedanken anderer nachzudenken, und zwar sozusagen ohne nachzudenken und fast ohne zu überlegen, besass ich meines Erachtens eine genügend große Grundlage von Kenntnissen, um mir fürderhin selbst zu genügen und ohne den Beistand anderer selbständig zu denken. Wenn es mir dann Reisen und Geschäfte unmöglich machten, meine Bücher zu befragen, habe ich meine Freude daran gehabt, das, was ich gelesen, zu durchdenken und zu vergleichen, jegliches Ding auf der Waage der Vernunft zu wägen und dann bisweilen sogar ein Urteil über meine Lehrer zu fällen. Ich habe nicht gefunden, dass mein Urteil, obgleich ich erst so spät zu üben begann, dadurch etwas an Kraft eingebüsst hätte, und als ich später meine eigenen Gedanken veröffentlichte, hat man mich nicht beschuldigt, ein abhängiger Schüler zu sein und in verba magistri zu schwören.” (aus Bekenntnisse (Sechstes Buch 1736-1741) von Jean-Jacques Rosseau)

Freitagsepisoden

  • Lessons Learned an heißen Sommertagen – weh tut der Hagel auf eine Glatze
  • die gute Tat zum Feierabend – einem verirrten Manne den Ausgang aus dem Tiefgaragenkomplex gezeigt
  • handwerklich korrekt – mit dem Zimmermannsbleistift Fachwerkhäuser zeichnen (Quedlinburg)

Big in Japan

Der Saal mit den Naturskizzenbüchern hat mir im Tokyo National Museum richtig gut gefallen! 

Der vermutlich schönste Bauzaun Japans befindet sich am Kyoto Municipal Museum of Art!

Schaurig-schön. Pflanzen und Tiere zwischen Glas und Papier im National Museum of Nature and Science, Tokyo

und noch einpaar Natureindrücke von der Reise im Frühjahr.