Category Archives: Wortgeschnetz

In dieser Kategorie befinden sich Lecker-Schmecker-Sprachauffälligkeiten. Die Beiträge können im Affekt formuliert worden sein oder längere Wortschlangen bilden. I wrote my mind and so can you!

Abwehr im Alter und ländliches Sein

Gestern fragte mich eine recht betagte Dame an der Frankfurter Allee, wo sie ein Geschäft finden kann, um ein Abwehrspray nachzufüllen. Sie erzählte mir, dass Sie in den letzten Tagen angegriffen wurde. Eine ganz und gar ekelige Vorstellung, wie es der – sicher grundguten – Dame ergangen sein mag. Nun ja, ich konnte ihr wenig weiterhelfen, da mein Blick für solcherlei Geschäfte vermutlich doch etwas eingetrübt ist. Nach unserer Verabschiedung kam ich an einem Sanitätshaus und einer Apotheke vorbei. Eigentlich passt so Abwehrgedöns doch hier sehr gut hin: als Hilfsmittel für präventive, gesundheitserhaltende Maßnahmen …

Vorhin einwenig verfranzt im Internet. Auf der Website einer mecklenburgischen Hochschule wird zu einem “Speed-Dating” im Rahmen der Fortbildung zu Dorfmoderatoren eingeladen. …mir wird ganz schummerig, wenn zu dem Setting der Film vor dem geistigen Auge losgeht…

Dem Schicksal die Stirn bieten

Dass die Reise nach Wien nicht geklappt hat, nehme ich auf meine Kappe. Meine Schwester verbindet geschickt zwei Sprichworte miteinander, die wahr bleiben. Das ist einen Wink mit dem Schicksal! 

Das Wochenende drauf lässt sie es sich nicht nehmen mir noch im Halbschlaf die Falten auf der Stirn glatt zu streichen. Es ist so lieb. Es ist so fürsorglich. Es ist so frech. Rache ist süß!

Icke so an dem Wochenende am Auftürmen eines imposanten Komposthaufens.
Yeah! Kompost, das Gold des Kleingärtners! Das Leben ist schön. …so wie der Haufen. 

w.z.b.w.

Ein Teaser in der FAZ endete heute mit einem auch in der Mathematik gebräuchlichen Ausdruck. Makaber-komisch. Glück im Unglück: das Opfer hat alles überlebt.  

Urteil gegen Mathe-Rätsel-Messerstecher aufgehoben. Nach einem Streit um ein Mathe-Rätsel im Internet kam es zu einer lebensbedrohlichen Messerattacke. … Der Bundesgerichtshof entschied jetzt: Die Beweisführung war zu widersprüchlich.

Nadel honours Nagel

Es haben sich in den letzten Wochen etliche Sicherheitsnadeln an der Rauhfasertapete unseres Büros angesammelt. Dieser Büropragmatismus – eine  Reminiszenz an Günter Ueckers Werk.

Sich mit Etiketten ummanteln

 …und diesen dann gerecht werden. 

  • In Japan unterwegs mit dem Untertitel Im Mantel meiner Oma. VEB Damenmoden 8513 Bretnig. modelle modisch aktuell. Nu’ hat der aber auch ‘ne Menge mitgemacht. 
  • Den Volkslauf wahrgenommen In der Freizeitkleidung meines Vaters. Ok, das war so nicht vorgesehen. Die Laufzeit war dann jedenfalls auch jener Generation würdig. Form und Inhalt gingen hier harmonisch Hand in Hand. Ach was, liefen, liefen! 
  • Und die schöne Information gestern: Der Beginn des Hurricane Festivals wurde auf Grund schlechten Wetters verschoben. How dare they? 😀

Freitagsepisoden

  • Lessons Learned an heißen Sommertagen – weh tut der Hagel auf eine Glatze
  • die gute Tat zum Feierabend – einem verirrten Manne den Ausgang aus dem Tiefgaragenkomplex gezeigt
  • handwerklich korrekt – mit dem Zimmermannsbleistift Fachwerkhäuser zeichnen (Quedlinburg)

The Road Not Taken von Robert Frost

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I-
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

Szenen im Büro 3

Super! Neben dem geozentrischen und heliozentrischen Weltbild nun auch das egozentrische Weltbild kennengelernt. Selbst ist die Welt.


Weekly pleasure gained when Yammer’s Top Conversation come through. [insert anonymised screen print]


Beim Eintritt ins Büro erfuhr ich vom Gesprächspartner, er setze sich gleich an das Kopfende des Tisches! Alpha-Ansage bei Beta-Voraussetzung. [Querschnitt der Sitzgruppe einfügen]

Alltags- und Ausdruck

20160922-scan-4-4-blog

Vor etlichen Jahren stand ich regelmäßig in Berliner S-Bahnen. Die Fenster waren meist  gescratcht. Gescratcht: mein Ausdruck für mit Hilfe von Schlüsseln oder Nägeln zerkratzt.
Scratch-Katharsis. Hin und her, hin und her, kreuz und quer. So fährt der Scratcher durch die Stadt. Holt n Schlüssel raus. Denn jeht et hin und her u.s.w. (sprich als Reim: und so weitär). 
Mobilität trifft Alltagsdruck. …alles in allem: Nicht sehr wohltuend für das entspannungsuchende Auge. So kam ich auf die Idee feine Scratchereien* auf S-Bahnscheiben anbringen zu lassen mit der Unterschrift: Wenn de nich besser kannst als ditte, lass et.
Obwohl: die Scratchereien sind ja och Stadtpoesie!

* Feine Scratchereien stellen zum Beispiel das Saale-Unstrut-Tal oder die Wartburg dar. So wie auf diesen Autobahnschildern, die auf touristische Ausflugsorte hinweisen.

Müller, Schmidt, Berlin

Bin gestern am zweiten Wahlkampfposter mit Michael Müller (SPD) vorbeigeradelt.
Konzept findick akzeptabel: Herr Müller aus dem/im Hintergund. Sakko leger über die Schulter geworfen. Mmh, das müsste nicht sein. Die früheren Varianten davon gehen von Pullover um die Schulter hängen und Ärmel vorne verknoten oder einfach mal die Hemdsärmel hochkrempeln bis zum Poloshirtkragen aufstellen. Aber ne, so plump macherisch muss denn och nich… Bildidee: Macher. Variationen mit Sakko, Pullover und Hemdsärmeln.

Müller, Berlin

  • M. Müller fährt auf einer Rolltreppe nach oben. Der Betrachter kommt ihm auf der Gegenseite entgegen. Vor ihm steht eine kopftuchtragende Frau.
  • M. Müller steht im Gespräch vertieft in einer leeren Lagerhalle. Assoziation an eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge im Sommer 2015.

Schmidt, Berlin

  • … mit Einkaufswagen in einer Kassenschlange.
  • … in der S- oder U-Bahn oder … auf einem gut frequentierten S-Bahnsteig.
  • … vorm Fernsehturm oder Brandenburger Tor neben einer Touristengruppe.
  • … genießt den Görli oder die Grillzone auf dem Tempelhofer Flugfeld.
  • … geht an Baustellen mit Berlin-Panorama vorbei.

Neulich im Büro

Darf ich Sie zu einem Reizhustentee einladen?

Die Räume beim Kunden erinnern mich an die Comics von Marc-Antoine Mathieu. Wie Julius Corentin Acquefacques streifte ich gestern ein bisschen durch überdimensionale, verlassene Räume, Flure und Säle mit hohen Decken. Elegante Formen. Lange, leicht geschwungene Gänge, regelmäßig unterteilt und abwegeanbietend durch einladende Türen. Eine Atmo zum Geschichte schreiben. Das Haus hat es in sich und Interieurfotoserien verdient!

Es summte dann im Kontrast zu den stillen Winkeln zur Mittagszeit in der Kantine geschäftig. Gute Gesprächsfetzen voll phantastischer Termini und Abkürzungen.

20160720-MAMathieu-DieVierF_Cover-Innenseite_BLOG

Aus “Der Ursprung” von Marc-Antoine Mathieu