{"id":939,"date":"2013-12-19T03:22:56","date_gmt":"2013-12-19T03:22:56","guid":{"rendered":"http:\/\/heidesch.de\/blog\/?p=939"},"modified":"2015-03-30T20:53:38","modified_gmt":"2015-03-30T20:53:38","slug":"iruya-colibri-he-avistado","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heidesch.de\/blog\/?p=939","title":{"rendered":"Iruya \u2013 \u00a1Colibr\u00ed a la vista!"},"content":{"rendered":"<p>Meine lieben Freunde des Reisens, ich noch einmal.<\/p>\n<p>Ich habe mir in den letzten Tagen Gedanken gemacht \u00fcber den Anecken und Orten-Strang des Blogs. Sollen <em>nabelschauartige Ich-Zust\u00e4nde<\/em> auch einfliessen oder nicht. Vorgestern war zum Beispiel ein Spartag vom Reiseerlebnis her (Cerra Negras, Hornaditas) aber auch &#8230;mental (Sonnenbrand, &#8216;ne Menge Bisse und Stiche und gut Herpes beim Gedanken an die Weiterreise). Reisen ist auch warten auf Bus, Zug oder Flugzeug \u2013 still sitzen. Und dann keine reizenden Objekte vor Augen. Reisen hat bei mir auch Tiefpunkte. Nicht sch\u00f6n, doch in einem anderen Reiseblog w\u00fcrde ich so etwas bis zu einem gewissen Punkt auch wissen wollen. Mmh, ich versuch es mal so zu schreiben, wie ich es lesen wollte: meinen Anteil am Tief manchmal aussparend. Also chicos, vorgestern &#8230;<\/p>\n<p>In\u00a0<strong>Hornaditas<\/strong>, einem Dorf in der N\u00e4he Humahuacas, gibt es Ziegen, Schafen, eine verschlossene Kirche mit einem Gemeindehaus, davor ein kleines Fussballfeld und ca. zehn H\u00e4user. Die Schafe lassen ihr Fell (oder sagt man auch schon Wolle, wenn es noch am Schaf ist?) zum Teil an den stacheligen Baumzweigen, wenn sie dort vor dem Regen Schutz suchen. Ich hatte Zeit dieses Detail zu bemerken, als ich selber f\u00fcr einige Zeit vor einem Gewitter dort Schutz suchte. Das Dorf liegt ca. einen halben Kilometer von der Hauptstrasse und man kann es fast st\u00fcndlich mit dem Autobus verlassen. Das find ich gut.<\/p>\n<p>Der Tag danach: Ich habe den Bus von Humahuaca nach <strong>Iruya<\/strong>\u00a0in die Province Salta genommen. Der Pass lag um die 4.000 m \u00fc. NN. In Iruya bin ich der Einladung eines Einwohners in eine Familienunterkunft gefolgt. Danach machte ich mich mittags auf den Weg zu einem\u00a0Dorf namens\u00a0<strong>San Isidro<\/strong> auf. Mit mir kam ein <strong>Hund<\/strong>. Sehr schick. Der Pfad nach San Isidro f\u00fchrt durch ein Kiesbett, durch das um diese Zeit ein kleiner Fluss l\u00e4uft. Zweimal konnte ich dem Pfad folgend den Fluss \u00fcberspringen. Nicht ohne festzustellen, dass meine Sprungkraft endlich ist. Eines Menschen w\u00fcrdig in seiner Mitte des Lebens. Bei der ersten Fluss\u00fcberquerung dachte ich noch, der Hund w\u00fcrde nun zur\u00fcckbleiben m\u00fcssen, da er keine Anstalten machte auch hin\u00fcberzuspringen. Am Ende der Wanderung musste ich aber feststellen, dass dieser Hund <em>sehr vornehm<\/em> war und mir nicht zeigen wollte, wie elegant man ein Wasser \u00fcberwinden kann. Einmal dreht ich mich\u00a0nach einer Fluss\u00fcberwindung\u00a0zum richtigen Zeitpunkt um und sah, wie der Hund sich anspannte, um den Fluss zu \u00fcberspringen und dann -ausspannte- und r\u00fcberhopste. <em>Der kleine Racker!<\/em> Whatever. Bei der dritten Fluss\u00fcberquerung habe ich keine Stelle gefunden, um den Fluss einigermassen trocken zu \u00fcberqueren. Mir ist vielmehr die Kraft des Flusses bewu\u00dft geworden, als ich einen Steinbrocken etwas weiterschob, um einen besseren Zwischenschritt machen zu k\u00f6nnen. Die Kraft des Stroms nahm den Stein sofort mit. Das Grollen der Kiesel und Brocken im Strom hatte mir zudem auch nicht den Wunsch verschafft, einen der sich bewegenden Steine gegen das Schienbein zu bekommen. Es ging zur\u00fcck. Am Ende \u2013 desensibiliert \u2013 mit zwei nassen Schuhen. Die abgebrochene Wanderung nach San Isidro gab mir einen l\u00e4ngeren Abend um noch einmal &#8220;Relato de un N\u00e1ufrago&#8221; von G. G. M\u00e1rquez zu lesen und mein Bier zu zischen. 2014 vllt ohne Alkohol, den ich schon kenne. Aber das ist ein anderer Beitrag. (:<\/p>\n<p>In Iruya heissen die Restaurantes <strong>Comedores<\/strong>. Also wenn ein Gastgeber Dir sagt, das vorne im Haus der Comedor ist, wo Du hingehen kannst, ist das nicht die Einladung in das Wohnzimmer der Familie. Comedores in Iruya haben vorne einen Essensraum der spartanisch mit drei bis vier Tischen eingerichtet ist. Es gibt ein Loch in der Wand zur K\u00fcche an dem man den Essenswunsch in die K\u00fcche gibt.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Ausblick \u00fcber das Dorf habe ich an einem Jacaranda-B\u00e4umchen einen <strong>Kolibri<\/strong> gesehen. Er mich auch: keine Fotos. \u00a0Panoramablicke \u00fcber nord-argentinische D\u00f6rfer geben <strong>wellblechgedeckte H\u00e4user<\/strong> preis, die mit Steinen oder Brettern beschwert sind. Der Aufenthalt am Aussichtspunkt in Iruya gab mir den Gedanken, dass die W\u00fcnsche mit den Reisen kleiner werden oder sich in Richtung Aufenthaltsort verschieben. Ich w\u00fcrde nun zum Beispiel gerne einen\u00a0<em>Handwagen<\/em> haben \u2013 selbstgeschwei\u00dft ist ja klar. Und eine gute Skizze von einem <em>bolivianischem Eisstand<\/em>. Ein <em>Haus mit Garten<\/em>\u00a0\u2013 in recht \u00fcbersichtlicher Dimension \u2013 und vllt Kleinvieh\u00a0scheint mir anstrebenswert. Aber das &#8230;\u00a0Mehr kann ich zu Iruya nicht berichten. Das spannendste f\u00fcr mich waren die <strong>Busfahrten<\/strong> in den Ort und zur\u00fcck. Ein Sto\u00dfstange vorne w\u00e4re am Bus von Humahuaca nach Iruya nur den Steinen im Wege. Sie ist \u00fcberfl\u00fcssig und fehlt daher. Im Cockpit des Buses gibt es Aufkleber und Abziehbilder bei denen religi\u00f6se Motive und Fussball im Mittelpunkt stehen. Gibt es schon einen Schutzheiligen der Fussballspieler, der St\u00fcrmer, Ballverteiler, der Verteidiger und der Torw\u00e4rter (Petrus)? Der doppelten oder klassischen 6er Position &#8230;naag naag. Die Reisegesellschaft: bekannt und dennoch einen Nebenblick wert. Eine Mutter mit Kind, die selber noch Kind ist unterwegs mit ihren Freunden. Einem gleichaltrigen Paar, das auch ein Kind erwartet. Mitten auf der Bergabfahrt steigt eine Reisegesellschaft ein. Sie wird vielmehr zum Teil hereingetragen. Zwei betagte Frauen steigen ein und ein ebenso greiser Mann wird mithilfe anderer Passagiere hereingetragen. Danach der notwendige Rollstuhl. Ich habe keine Idee, wie es die Drei bis zur Haltestelle an der nichtbefestigten Strasse geschafft haben und wo sie \u00fcberhaupt hergekommen sein k\u00f6nnen. Es gab auf jeden Fall sp\u00e4ter ein gro\u00dfes Hallo mit anderen zugestiegenen G\u00e4sten aus der Bergregion. An gr\u00f6\u00dferen Haltestellen kommen Verk\u00e4ufer in den Bus und bieten Ensaldas de frutas, Empanadas oder Piezzas an.<\/p>\n<p>Soweit zum Reisen im regionalen Bus. Ich bin nun in <strong>Tilcara<\/strong> angekommen und werde die kommenden Tage hier die Pucara de Tilcara (eine Festung) und Garganta del Diabolo (eine Schlucht mit Wasserfall) besuchen. Weiter nach Purmamarca fahren und hoffentlich noch die in der N\u00e4he liegenden Salinas Grandes (Salzseen) sehen.<\/p>\n<p>Anbei einpaar Eindr\u00fccke von den letzten Tagen. LG aus Tilcara. Heide<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ngg_displayed_gallery mceItem\" alt=\"\" src=\"http:\/\/heidesch.de\/blog\/index.php\/nextgen-attach_to_post\/preview\/id--961\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine lieben Freunde des Reisens, ich noch einmal. 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