{"id":868,"date":"2013-12-13T11:58:29","date_gmt":"2013-12-13T11:58:29","guid":{"rendered":"http:\/\/heidesch.de\/blog\/?p=868"},"modified":"2015-03-30T20:53:39","modified_gmt":"2015-03-30T20:53:39","slug":"von-bolivien-gefangen-im-besten-sinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heidesch.de\/blog\/?p=868","title":{"rendered":"Von Bolivien gefangen \u2013 im besten Sinne"},"content":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Tag war das heute. Der Bus brachte mich von Tucum\u00e1n nach <strong>La Quiaca<\/strong> an die bolivianische Grenze. Es war 5:30 Uhr und frisch. Mir fiel im Laufe des Tages auf, dass es f\u00fcr mich diese beiden Extremtypen von <strong>Globetrottern<\/strong> gibt. Die Funktionsbekleideten, an denen hoffentlich nicht alle Abenteuer abperlen und die in abenteuertriefender Wohlf\u00fchlkleidung \u2013 in Weltmusikw\u00e4sche \u2013 gerne selbstgemacht und bunt. Nicht selten uniformiert durch Piercings und Rasta. Schluss mit \u00c4usserlichkeiten und weiter in meinem wundervollen Tag: um 6:30 Uhr hab ich mich in die Stadt aufgemacht und schloss mich anderen Fu\u00dfg\u00e4ngern an. Wir kamen ziemlich schnell durch die Innenstadt an die bolivianische Grenze. Eine Stunde nach den Aufbruch fand ich mich auf der bolivianischen Seite wieder und habe einen herrlichen <strong>Mate<\/strong>-Tee getrunken. Er stimmte mich so gem\u00fctlich wie eine Kindergeschichte auf einer alten Langspielplatte. Einen Herr-Fuchs-geht-durch-den-Wald-Tee! <strong>Villazon<\/strong> die Stadt auf der bolivianischen Seite ist etwas gr\u00f6\u00dfer. Ich entschied mich vom Zentrum weg zu stromern und wurde noch von einem Globertrotterp\u00e4rchen in Weltmusikw\u00e4sche befragt, was ich ihnen in Bolivien empfehlen w\u00fcrde. &#8230; In Villazon war die Schar freilaufender <strong>Hunde<\/strong> noch einmal um einiges gr\u00f6\u00dfer\u00a0als in Bs. As. und in La Quiaca. Manchmal habe ich sie erst erkannt, als sie sich vor einem Mauerst\u00fcck bewegten. Ein Such- und Wimmelbild auf unbefestigten Strassen. Wenn mir mehr als vier Hunde in einer Strasse entgegen schauten, habe ich einen anderen Weg gew\u00e4hlt. Die meisten\u00a0Hunde braucht man allerdings nicht zu beachten. Sie sind zahm, manchmal neugierig, zur\u00fcckhaltend oder doch nervend bellend, <em>tun einem nichts<\/em>. Sich im Laufschritt durch diese Barrios Villazons fortzubewegen,\u00a0k\u00f6nnte nur auf einem ung\u00fcnstigen Wetteinsatz beruhen. Oh, da f\u00e4llt mir ein, dieses Jahr geht es noch nach Bukarest f\u00fcr einen Halbmarathon. &#8230; Jetzt aber: <em>Bolivien wird mich wieder sehen<\/em>. Der kurze Einblick heute hat mich \u00fcberzeugt. Das Verhalten der Leute, die Musik, die regionale Kleidung, das angebotene Essen auf der Strasse, die unbekannte Infrastruktur. Da gab zum Beispiel eine <strong>Gemeindehaus<\/strong>, in dem unten in kaum beleuchteten St\u00e4nden die Reisetickets verkauft wurden und oben ein gro\u00dfer Gemeinderaum war mit einer Boxecke, einem Bowlingtisch und diversen Stuhlreihen. Menschen warteten dort auf ihre Weiterreise und Kinder probten im Boxring den Aufstand. An der Wand eine sch\u00f6ne Malerei die aufkl\u00e4rte, dass hier auch der Boxclub der Stadt zu Hause ist. <em>Was noch?<\/em> Ich mag die Idee, in einem regionaltypischen Aufzug auf Reisen zu gehen. Muss nicht die deutsche Region sein. Obgleich im Dirndl, in Shantykluft oder einfach im Fussballdress der deutschen Nationalmannschaft \u00a0man bestimmt andere Erlebnisse hat als in Cordhose, Shirt und Blazer. <strong>Bolivianerinnen<\/strong> tragen R\u00f6cke, die in vielen Wellen fallen und bis kurz unters Knie gehen. Darunter lassen sie noch mehr R\u00f6cke blicken. Dann Sch\u00fcrzen mit gro\u00dfen Taschen, h\u00fcbsch-gestrickte Stutzen, manchmal eine Strickjacke oder \u2013 ich nenne es mal \u2013 einen deckenartigen \u00dcberwurf. Wenn sie ein buntes Tuch auf dem R\u00fccken tragen, dann verbirgt sich darin mitunter ein Kind oder wer wei\u00df was f\u00fcr Habseligkeiten. Und einen Hut mit Krempe tragen sie. Alles zusammen <em>wunderbar unterschiedlich gemustert<\/em>. <strong>Bolivianische Mode f\u00fcr Alle!<\/strong> <em>Was noch?<\/em> Der zweite Teil des Tages war dann eher durchschnittlich. Ach ja, eine neue Erfahrung brachte mein Bolivientag noch mit. Ich habe am Zoll gefragt, ob und wieviel <strong>ojas de coca<\/strong> man nach Argentinien \u00fcberf\u00fchren darf und habe nun einmal etwas von dem \u00f6kologischen Blattwerk durchgekaut. Es schmeckt leicht bitter und die Zunge wird mit der Zeit etwas taub. Ich glaube aber, ich habe den richtigen Dreh noch nicht raus. Mein &#8230;Auswurf sieht wie gehakter Schnittlauch aus und ist im Vergleich zu Kauerfahrenem feiner. Na ja, ein bisschen werde ich das noch probieren und es dann irgendwo am Wegesrand zur\u00fcck lassen. Ich verabschiede mich mit diesem appetitlichen Schwank und bezeuge noch einmal: <em>Bolivien \u2013 das Nepal Lateinamerikas \u2013 ist eine Reise wert!<\/em>\u00a0Bestimmt. Heide<\/p>\n<p>Hier noch einpaar Eindr\u00fccke von Tucum\u00e1n, Villazon und Tres Cruces:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ngg_displayed_gallery mceItem\" alt=\"\" src=\"http:\/\/heidesch.de\/blog\/index.php\/nextgen-attach_to_post\/preview\/id--893\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Tag war das heute. Der Bus brachte mich von Tucum\u00e1n nach La Quiaca an die bolivianische Grenze. Es war 5:30 Uhr und frisch. Mir fiel im Laufe des Tages auf, dass es f\u00fcr mich diese beiden Extremtypen von Globetrottern gibt. 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