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Die Kieferninsel von Marion Poschmann

Im Buch Die Kieferninseln von Marion Poschmann steht eine Beschreibung von Reisegründen in Japan. Einer meiner Gründe zu eigenen Japanreisen war selber natürlichen Ursprungs. Die Kirschblüte.

Ansonsten ja/nö als Empfehlung, denn von Undenkbarkeiten in Deutschland und von vollkommen nutzlosen Sitten zu lesen, deckt sich nicht so recht mit meinen Vorlieben zu kunterbunt   gemusterten, weiten Denkräumen und einer unvoreingenommenen, tolerierenden Ausdrucksvielfalt. …oder so ähnlich.

“Undenkbar in Deutschland, daß man sich … auf den Weg machte wegen eines einfachen Baumes, wegen Blättern! Der Japanische Ahorn mit seinem filigranen Blattwerk nahm wie der amerikanische Zuckerahorn eine karminrote Färbung an, wenn im Herbst eine Periode sonniger, milder Tage und kalter, schon frostiger Nächte einsetzte. Das japanische Fernsehen berichtete täglich über den Verlauf der Farbwanderung, und eine große Anzahl von Enthusiasten richtete sich nach diesen Angaben und brach auf, fuhr hin. Gilbert hatte sich in den vergangenen Tagen daran gewöhnt, daß man einen Ausflug unternahm, um Bäume zu bewundern, eine vollkommen nutzlose Sitte, die aber in der japanischen Kultur tief verwurzelt blieb. … Die Schau der Naturerscheinungen war weder mit Kunst noch mit Architektur, noch mit Geschichte verbunden, sie war zart und geheimnisvoll, und wenn daraus doch eine Form von Bildung erwuchs, ließ sie sich hinterher weder erklären noch abrufen.”

Top! Verkaufsargumente auf Buchdeckeln

  • Ein-Wort-Rezensionen

für Orhan Pamuks My Name Is Red: ‘Wonderful.’ Spectator, ‘Magnificent.’ Observer, ‘Sumptuous.’ New Yorker und ‘Unforgettable.’ Guardian

für Anthony Doerrs All The Light We Cannot See: ‘Sublime‘ The Times, ‘Magnificent‘ Guardian (update 30.05.2016)

  • Richtungsweisende Preisberücksichtigungen

für Chimamanda Ngozi Adichies Americanah: BAILEYS Women’s Prize for Fiction | 2014 | Shortlisted

Strawberry fields forever

Die letzte Woche wurde nach Feierabend in einem Landgasthof in Münster in Wolf Haas-Krimis geschmökert. Passend zu den Krimis diese Geschichte von einem Kollegen.

Es gibt im Spreewald nun einen Erdbeerbauern. Die Oma meines Kollegen – alte Bauerngeneration – konnte das nicht glauben. Der Boden hat an einen Erdbeeranbau bis dato nicht denken lassen. Der Bauer hub Gräben für die Erdbeerreihen aus, Folie reingelegt und ein Dränagesystem. Nun liegen und wachsen die Erdbeeren über dem Spreewaldboden. Erdbeeren fürs Auge 1A. Die Felder wurden vor Waldgetier geschützt. Wenn ein Reh einmal über den Zaun springt, kann es vorkommen, dass es Sprung heraus vom Folienboden aus nicht schafft und im Erdbeerfeld verendet. Strawberry fields forever!

Als ob Du auf der Reise ins Schlaraffenland Dich in den Berg aus Grießbrei schlemmst und in der Mitte des Berges der Brei Dir über dem Kopf zusammenschlägt. Ein schaurig-süßer Tod.
Für das Reh im Erdbeerfeld ein fruchtig-trauriger Tod.

Doch hier heißa-die-hoppsasa meine Empfehlung für Wolf Haas’ Krimis mit zwei Textpassagen.